„Bei mir zu Hause gibt es kein Radon.“
(Das ist leider falsch!)

Die meisten Gebäude reichern Radon in der Raumluft an. Es wird aber nicht als Gesundheitsgefahr wahr genommen, denn es gibt keine Hinweise auf das Vorhandensein von Radon: Radon ist unsichtbar und geruchlos, es hinterlässt keine Spuren.

Fakt 1: Radon ist die zweit-häufigste Ursache für Lungenkrebs.

  • Radon ist ein nahezu überall vorkommendes, unsichtbares, geruchloses und radioaktives Gas.
  • Alle 5 Stunden stirbt in Deutschland ein Mensch an Lungenkrebs, der auf das Einatmen von Radon-haltiger Raumluft zurückzuführen ist. Das sind etwa 30% aller Lungenkrebsfälle oder ca. 2600 Tote pro Jahr[1].
  • Radon ist instabil, es zerfällt radioaktiv und kontaminiert Raumluft und Hausstaub. Beim Atmen gelangen Partikel in der Lunge und bestrahlen diese. Radon und seine Folgeprodukte verursachen bevorzugt das „Kleinzellige Bronchialkarzinom“.

Fakt 2: Radon ist geruchlos und hinterlässt keine Spuren.

Radon: Warnung vor radioaktiver Strahlung

  • Radon ist unsichtbar und geruchlos, deshalb sind sich die meisten Menschen keiner Gefahr bewusst. Aus diesem Grund wird selbst auf einfachste Schutzmaßnahmen verzichtet.
  • Nur mit einer gezielten Messung der Raumluft-Radioaktivität kann die tatsächliche Radon-Konzentration bestimmt werden. Sie können hierfür kostengünstig ein Radon Messgerät mieten und Ihre Radon-Konzentration aber selbst messen.

Fakt 3: Die meisten Gebäude reichern Radon in der Raumluft an

  • Radon entsteht durch den Zerfall von Uran im Boden. Es dringt über Ritzen und Spalten in die unterste Etage von Geäden (meist der Keller) ein und reichert sich z.T. innerhalb von Stunden in der Raumluft an.
  • Jedes Gebäude kann betroffen sein, egal ob Wohnhaus, Neubau, Altbau, Schule oder Lagerhalle.

Fakt 4: Vor Radon kann man sich schützen!

  • Vor längerem Aufenthalt in der untersten Etage eines Hauses (meistens der Keller) sollte kurz gelüftet werden.
  • Regelmäßiges Lüften (z.B. alle 6 Stunden) ist wichtig, ist aber in manchen Fällen nicht ausreichend. Klarheit bringt nur eine Messung.
  • Durch z.T. kostengünstige Maßnahmen kann die radioaktive Kontamination im Haus deutlich gesenkt werden.

Radon-Nachweis-Video

⇐ In diesem Video wird anschaulich gezeigt, wie Radon den Hausstaub radioaktiv kontaminiert. Dieser Versuch wurde in einem Wohnhaus in Karben (Hessen, ca. 16 km nördlich von Frankfurt am Main) durchgeführt. Das Gebäude hat keine sichtbaren Risikofaktoren, auch ist das Rhein-Main-Gebiet kein „Radon-Risikogebiet.“

Radon ist ein Schadstoff im Haus – ähnlich wie z.B. Sporen von Schimmelpilzen. Leider ist es nicht richtig, dass Radon nicht vorhanden ist, nur weil man es nicht bemerkt: Radon wirkt über lange Zeit. Die Folgen sind etwa vergleichbar mit einem Stromschlag, dessen Auswirkungen Sie aber erst mit Jahrzehnten Verzögerung merken.

Typischer „Kellergeruch&qout; hat nichts mit Radon zu tun – Kellergeruch ist viel mehr ein Zeichen für vorhandene Feuchtigkeit im Keller.

Radon erzeugt weder Kopfschmerzen noch Unwohlsein!

Radon ist chemisch neutral: Es ist deshalb nicht möglich, sich mit Radon zu vergiften. Der Körper zeigt aus diesem Grund auch keine Reaktionen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit. Die Gefährlichkeit von Radon ist einzig auf seine Radioaktivität zurückzuführen:

Radon ist instabil, d.h. es zerfällt unter Abgabe radioaktiver Strahlung. Bei diesem Zerfall entstehen neue Elemente, z.B. das ebenfalls radioaktive 218Polonium, 214Wismut und 214Blei. Diese Elemente sind nicht elektrisch neutral (Ionen) und verbinden sich deshalb schnell mit Teilchen in der Atemluft, z.B. dem Hausstaub.

Der Haussstaub wird hierdurch radioaktiv kontaminiert. Einmal eingeatmet, verbleibt ein großer Teil des radioaktiven Hausstaubes in dem Atemwegen, wo sich die Zerfallsprodukte Polonium, Wismut und Blei anreichern und durch ihren weiteren radioaktiven Zerfall Lungengewebe bestrahlen und damit schädigen.

In Deutschland ist das Problembewusstsein leider nur schwach ausgeprägt: Gerade weil dieses Gas völlig unauffällig und nur mit Messgeräten nachweisbar ist, ist die Gesundheitsgefahr meist unbekannt.

EPA-Radon-Warnung

⇐ Aufklärende Fernsehwerbung: In den USA oder Kanada ist das Problembewusstsein ausgeprägter. Dort gibt es sogar Werbespots.

 

Es gibt keinen Grenzwert oder eine „unbedenkliche Dosis“: Medizinische Studien zeigen, dass es einen linearen Zusammenhang zwischen der Radon-Belastung der Raumluft und dem Vorkommen von Lungenkrebs gibt[2], d.h.: Um so weniger Radon in der Luft ist, um so besser. Eine Studie weist allerdings darauf hin, dass bei niedriger Exposition eventuell kein linearer Zusammenhang besteht: weitere Forschung ist erforderlich.[3].

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Selbst wenn Sie keine Möglichkeit haben an Ihrem Wohnhaus Radon-Gegenmaßnahmen zu installieren (z.B. wegen zu großem finanziellem Aufwand oder Mietwohnung), dann gibt es oft einfache Möglichkeiten, Ihre radioaktive Dosis durch dieses Gas zu vermindern und gesünder zu leben.

 

FAQ

 

Frage: Wenn eine höhere Belastung vorliegen würde, was bedeutet das fürr mich wenn ich im Keller gearbeitet habe?
Antwort: Radon wirkt vergleichbar wie rauchen – die gesundheitlichen Folgen kommen langfristig. Ein paar Tage in Radon-reicher Atmosphäre arbeiten ist zwar unvorteilhaft, aber kein Grund zur Sorge. Schlimmer ist es, wenn sie z.B. über Jahre hinweg die Radon-Zerfallsprodukte (Polonium218, Blei214 …) inhalieren.

Frage: Wenn wir den Kellerboden betoniert und eine Schweissbahn gegen Feuchtigkeit aufgebracht haben, könnte dann nicht auch das Radongas gehindert werden in den Innenbereich einzudringen?
Antwort: Ja! Maßnahmen gegen Hochwasser oder Feuchtigkeit im Keller sind meistens gleichzeitig ein Schutz gegen Radon. Ein eventuell vorhandenes Problem wird dadurch nicht mit Sicherheit beseitigt, aber zumindest ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine eventuell vorhandene problematische Kontamination der Raumluft reduziert wird.

Frage: Wir wohnen in einem Altbau, haben zwei kleine Kinder und machen uns Sorgen um ihre und unsere Gesundheit. Wäre nett wenn Sie uns helfen könnten.
Antwort: So lange eine Messung nicht beendet ist, ist es schwer etwas zu empfehlen.
Was Sie aber vorab tun können / als Sofortmaßnahme meistens ausreichend:

1. Lüften Sie kurz durch, bevor Sie sich länger in den unteren Etagen
aufhalten. Sie müssen nicht lange lüften – ein kurzer Durchzug und
Radon ist für die nächsten Stunden passé.
2. Lüften Sie Wohnräume mindestens 2 mal am Tag – besser drei mal.
Auch hier gilt: Kurzer Durchzug genügt!

Lassen Sie sich vom „Altbau“ nicht abschrecken – auch ein Neubau reichert Radon an!

Quellen

  1. [1] Stiftung Warentest Bedrohung aus der Tiefe Heft 12/2000, Seite 48. Dieser Artikel ist auch online verfügbar.
  2. [2] Umweltmedizinischer Informationsdienst Ausgabe 3/2000, Seite 3:. Lungenkrebsrisiko durch Radon in Wohnungen – derzeitiger Kenntnisstand aus epidemiologischen Studien Herausgeber: UBA, RKI, BgVV, BfS
  3. [3] „Schneeberger Studie“ High residential radon health effects in SaxonyDiese Studie ist auch online verfügbar.

»Wenig bekannt:
Die meisten Häuser haben Radon in der Raumluft.«

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