Radon-Sanierung – einfach und kostengünstig

Wie kann ich mich vor Radon schützen?

In nahezu jedem Gebäude ist ein erhöhter Radon-Gehalt der Raumluft im Vergleich zur Außenluft nachweisbar. Bei höheren Konzentrationen sollten wirksame Strahlenschutzmaßnahmen getroffen werden, um die Radon-Exposition zu senken. Aber auch diese Maßnahmen müssen nicht teuer sein!

Professionelle Schutzmaßnahmen: wirksam, aber teuer

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Es gibt eine Vielzahl von (beliebig aufwändigen) Maßnahmen, die Radon-Belastung in Wohn- und Aufenthaltsräumen zu senken:

  • Bauliche Veränderungen zur Reduktion der Radon-Ströme,
  • Hausbegehungen oder die
  • Berechnung und Installation von Lüftungsanlagen mit messtechnischer Begleitung zur Beweissicherung.

Diese Maßnahmen sind zwar gut gemeint und in manchen Fällen auch ratsam, aber in der Regel auch teuer.

Effiziente Lösungen: Kostengünstig in Eigenleistung

Ich möchte diese professionellen Schutzmaßnahmen vor Radon hier weder verwerfen oder kritisieren. Nach eigener Erfahrung gibt für die meisten Fälle aber sehr einfache, nahezu kostenlose Möglichkeiten der Radon-Sanierung. Auf diese Optionen gehe ich hier schwerpunktmäßig ein.

Radon-Schutzmaßnahmen haben mit Schutz vor Hochwasser und Feuchtigkeit gemeinsam, dass versucht wird zu verhindern, dass etwas aus dem Erdboden in den Keller bzw. die unterste Etage eindringt. Deshalb ist ein Schutz vor Hochwasser gleichzeitig ein guter Schutz vor Radon.

Radon Schutz bei Neubau

Die Schadstoffkonzentration durch Radon ist regional sehr unterschiedlich. Im Durchschnitt werden in Häusern etwa 50 Bq pro Kubikmeter gemessen. Bei jedem Neubau, insbesondere aber wenn aufgrund der örtlichen Gegebenheiten zu erwarten ist, dass im Jahresmittel ein Wert von 100 Bq pro Kubikmeter überschritten wird, sollten geeignete bauliche Maßnahmen getroffen werden.

Am besten sollte verhindert werden, dass das radioaktive Gas überhaupt in das Haus eintritt. Gut ist eine durchgehende Betonbodenplatte sowie nahtlos angefügte und fugenlos dichte Kellerwände. Falls das Haus nicht unterkellert wird, kann durch einen Hohlraum unter der Bodenplatte die Luftzirkulation gewährleistet werden. Dabei können auch die örtlichen Windverhältnisse ausgenutzt werden, um die Radon-Konzentration möglichst niedrig zu halten. Mit einem Entlüftungssystem unterhalb des Fundaments kann zusätzlich unter dem Gebäude ein Unterdruck erzeugt werden. Dafür werden unter der Bodenplatte perforierte Rohre verlegt, die effektiv das Radon aus dem Haus ableiten können. Diese Baumaßnahme ist insbesondere dann sinnvoll, wenn das Haus keinen Keller hat oder die Kellerräume für Wohnzwecke genutzt werden sollen.

Gasdichte Folie unter der Bodenplatte - Radon Barriere
Gasdichte Folie unter der Bodenplatte – Radon Barriere

Eine andere, sehr wirksame Maßnahme beim Neubau ist eine Gas-undruchlässige Folie unter der Bodenplatte, die das Eindringen von Radon in das Haus wirkungsvoll verhindert. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass die Folie sämtliche erdberührenden Gebäudeteile vor direkter Berührung mit dem Erdboden schützt. Außerdem müssen sämtliche Anschlüsse bzw. Durchdringungen der Folie (Wasser, Abwasser, Strom…) luftdicht abgedichtet sein.
Korrekt ausgeführt bietet diese Lösung einen hervorragenden Schutz gegen Radon aus dem Boden.

Wer ein neues Haus bauen möchte und dabei von vorneherein einen sinnvollen Schutz vor Radon betreibt, kann kostenaufwändige Sanierungsarbeiten in der Zukunft natürlich vermeiden.

Radon Schutz im Bestand

Bei Bestands- bzw. Altbauten sind für Neubauten geeignete Maßnahmen (wie z.B. eine Gasdichte Folie unter der Bodenplatte) unverhältnismäßig teuer oder unmöglich zu installieren.

Im Bestand gibt es aber andere Möglichkeiten, sich vor Radon zu schützen. Einige einfache bzw. fast immer mir sehr wenig Aufwand zu realisierende Schutzmaßnahmen für Bestandsbauten sind die im Folgenden aufgeführten Maßnahmen. Sollten weitergehende Sanierungsmaßnahmen erforderlich sein, dann sind dafür u.U. Fördergelder der KfW erhältlich, die auch günstige Baufinanzierungen für Neubauten anbieten, wie das Immobilienportal www.immobilienspot.com/thema/haus berichtet. (Vielen Dank an dieser Stelle für den Tipp von Jessica T.!)

Entlüftung der Bodenplatte

Sollten Sie über eine Drainage (Hochwasserschutz) verfügen, dann gibt es im Keller meistens einen Schacht oder ein Loch, in dem die Drainagerohre enden. Im Fall von Hochwasser wird in diesem Schacht eine Pumpe installiert, die eindringendes Wasser aus dem Haus befördert.
Sie können einen solchen Schacht nutzen, in dem sie ihn mit einem Deckel verschließen, die Luft daraus absaugen und nach Außen befördern (s.u.). Verwenden Sie einen transparenten Deckel, damit Sie eventuell eintretendes Wasser rechtzeitig bemerken.

Falls keine Drainage verfügbar ist, durchbohren Sie -nach Möglichkeit etwa in der Mitte des Hauses- ein Loch in die Bodenplatte, bis Sie auf Erdboden oder eine gut Luftdurchlässige Schicht (z.B. Kies) unter dem Haus stoßen. Das Loch sollte groß genug sein, dass Sie mit einer Hand bequem hineinfassen können. Treffen Sie auf Erde, dann graben Sie einen Hohlraum von mindestens ca. 10-20 Litern. Bei Bedarf verfüllen Sie diesen Hohlraum ggf. mit gut luftdruchlässigem Material (Kies, Splitt…) um einstürzen zu verhindern.

Über einen Luftschlauch oder Rohr (Abwasserrohre sind kostengünstig und gut geeignet!) und einen Lüfter befördern Sie die Luft nach Außen. Diese Entlüftung eine der wirksamsten Gegenmaßnahmen. Machen Sie sich keine allzu großen Sorgen wegen der Dichtheit: Selbst ein kleiner Axial-Lüfter mit 5 Watt bewegt schnell >100 Liter/Minute. Da fallen kleine Ritzen nicht ins Gewicht.

Sollte die Radon-Konzentration nach der Installation noch zu hoch sein, können Sie auch die Lüfterleistung variieren. Fangen Sie mit dem schwächsten (=sparsamsten, billigsten…) Lüfter an. Faustregel: Ist die Erde schlecht Luftdruchlässig (z.B. lehmiger Boden, Ton) dann benötigen Sie Radiallüfter, sonst sind Axiallüfter besser geeignet.

Radonbrunnen

Sollten Sie keine Arbeiten Innerhalb des Gebäudes wünschen oder dies nicht möglich sein, dann ist auch der Bau von einem mehreren Radonbrunnen neben dem Gebäude eine Option:

  1. Radon Brunnen ErdbohrerBohren Sie mit einem Erdbohrer möglichst nahe an einer Hauswand ein etwa 2-3 m tiefes Loch (so als würden Sie einen Brunnen bohren). Das Loch sollte dabei etwa mittig über die Länge der Hauswand sein.
  2. In das Bohrloch wirdRadonbrunnen gelochtes Abwasserrohr als Entlüftungsrohr mit Manschette ein Rohr gestellt, dass einen Einsturz oder ein Verschütten des Loches zu einem späteren Zeitpunkt verhindert. Kostengünstig und gut geeignet ist Abwasserrohr (Baumarkt). Den unteren Teil des Rohres sollten Sie lochen, damit das Rohr das Erdreich entlüften kann. Der obere Teil des Rohres sollte nicht gelocht werden, damit keine Luft aus der obersten Erdschicht oder sogar der Atmosphäre direkt angesaugt wird: Hiermit würde der Luftstrom steigen und damit auch der Stromverbrauch des Lüfters – gleichzeitig würde der Luftdruck im Rohr ansteigen und damit die Entlüftung der tieferen Bodenschichten abnehmen. Diesen Effekt wollen Sie also vermeiden.
  3. Über einen Lüfter saugen Sie Luft aus dem Bohrloch ab. Die Erfahrung zeigt, dass teilweise im Umkreis von 20 Metern noch eine wesentliche Absenkung der Radioaktivität der Bodenluft und damit eine Entlastung von Gebäden in der Nähe messbar ist. Das Problem bei dieser Maßnahme ist, dass die Wirkung vorher nicht abgeschätzt werden kann: Meist ist ein Radon-Brunnen sehr wirksam, bei lehmigem und Ton-artigen Boden können leistungsstarke Lüfter notwendig sein, was den (dauerhaften!) Betrieb wegen der Energiekosten unattraktiv macht.

    Die Art des am besten geeignetsten Lüfters ist von der Luftdurchlässigkeit des Bodens abhängig:
    * Für gut luftdurchlässige Böden (Sand, Kies…) benötigen Sie Axiallüfter.
    * Für schlecht luftdurchlässige Böden (Lehm, Ton) sind Radiallüfter die besser Wahl.

    Wenn Sie sich unsicher sind wie luftdurchlässig ihr Boden ist, dann können Sie die Luftdruchlässigkeit mit Hilfe eines Staubsaugers abschätzen: Bohren Sie ein Loch mit einem Durchmesser von etwa 2-3 cm Durchmesser in ein Stück Sperrholz. Befestigen Sie diese Sperrholzplatte provisorisch (zum Beispiel mit etwas Fugen-Dichtmasse, Klebstoff oder auch doppelseitigem Klebeband) luftdicht abschließend auf dem Rohr des Radon-Brunnens, so dass das nur durch das Loch in der Sperrholzplatte Luft in/aus dem Radonbrunnen gelangen kann. Nun Stellen Sie einen Staubsauger auf eine mittlere Leistungseinstellung und halten das Ende des Saugrüssels auf das Loch in der Platte, so dass der Staubsauger aus dem Bohrloch Luft heraus saugt.
    Achten Sie nun auf das Motorgeräusch: Wird es merklich schneller oder macht der Staubsauger den Eindruck, dass kaum Luft aus dem Loch heraus gesaugt werden kann, dann benötigen Sie einen Radiallüfter.
    Verändert sich das Motorengeräusch nicht oder nur unwesentlich, dann ist ein Axiallüfter die bessere Wahl.

  4. Tipps zur Optimierung:
    a) Wenn Sie mit Ihren Maßnahmen fertig und mit dem Ergebnis zufrieden sind, können sie ein kleines Photovoltaik-Modul parallel zum Netzgerät des Lüfters schalten und dieses so über die Solarzelle entlasten: Auch wenn der Lüfter nur 5 Watt benötigt: Der Lüfter ist immer im Einsatz, 24 Stunden, 365 Tage.
    b) Versuchen Sie nach Möglichkeit mit einem einzigen Radon-Brunnen bzw. mit einem einzigen Lüfter auszukommen: Mehrere Lüfter erhöhen den Energieverbrauch und die Ausfallwahrscheinlichkeit, außerdem ist die Installation oft mit Mehrarbeit verbunden. („Eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen Mühe“.)

Wichtig: Vergessen Sie nicht, die Komponenten, die Sie einbauen zu beschriften. Es sollte ersichtlich sein, welchen Zweck Ihre Installation hat. Sonst ist es eine Frage der Zeit bis ein Nach-Besitzer, die Kinder, Enkelkinder oder ein eifriger Handwerker fragend den Kopf schüttelt „Was soll DAS denn!?“ und alles demontiert…

Wohnraum-Lüftung

Eine weitere Möglichkeit ist die Installation einer Raumlüftung. Hierbei sollten Sie aber -selbst in wenig oder gar nicht beheizten Kellerräumen- darauf achten, dass Sie ein System mit Wärmetauscher verwenden, da bei langen Frost-Perioden der Keller durch die Lüftung stark abkühlt.

Abhängig von der Radon-Belastung sollte die Lüftung mindestens so stark sein, dass sie alle 2-3 Stunden einen kompletten Luftaustausch des Raums ermöglicht. In stark belasteten Gebäuden kann es sein, dass diese Luftwechselrate nicht genügt, um eine ausreichende Entlastung zu bringen,

Sollten eine Belüftung der untersten Etage oder des Kellers nicht aus anderen Gründen geplant sein (beispielsweise wegen eines Feuchtigkeitsproblems), dann sollten Sie diese Option erst wählen, wenn eine Luftabsaugung unter der Bodenplatte oder einen Radon-Brunnen für Sie nicht in Frage kommt: Eine Belüftung hat zwar viele Vorteile, aber selbst mit Wärmetauscher bringt diese Belüftung immer einen Wärmeverlust mit sich – gleich wie gut und effizient der Wärmetauscher arbeitet.

Auswahl und Installation von Radon Schutzmaßnahmen

Die unten folgende Checkliste gibt eine Hilfestellung für die Auswahl von Radon Schutzmaßnahmen im Altbau. Generell gilt, dass alle Gegenmaßnahmen miteinander auch kombiniert werden können. Am besten (d.h. am wirtschaftlichsten) ist es aber, wenn eine einzelne Maßnahme bereits zum erwünschten Ergebnis führt.

1. Testen Sie die Raumluft auf Radon

Es gibt einige sichtbare Risikofaktoren, die auf erhöht radioaktive Raumluft hinweisen, die meisten Einflüsse sind aber unsichtbar. Deshalb kann nur eine Radon Messung klären, ob ein Problem besteht und welche Gegenmaßnahmen -falls notwendig- sinnvoll sind.

Einen Radon Test können Sie durchführen lassen. Sie können aber auch ein Radon Messgerät mieten und selbst messen: Radon selbst messen spart Kosten. Die Messung ist einfach und auch von Unerfahrenen leicht durchführbar.

2. Beurteilen Sie das Ergebnis

Je nach dem wie das Messergebnis ausfällt sind unterschiedliche Gegenmaßnahmen ratsam. Es gibt zwar gesetzliche Grenzwerte, diese sind aber nur in einzelnen Bereichen anwendbar und verbindlich (z.B. im Bergbau oder Wasserwirtschaft, ab Ende 2018 müssen auch Hausbesitzer zum Beispiel gegenüber Mietern die Einhaltung von Richtwerten nachweisen).

Die Richtwerte sind (nach meiner Meinung) unvernünftig hoch angesetzt. Zudem gibt es keine „unbedenkliche Dosis“, das heißt: Um so weniger Radon in der Raumluft ist, um so besser.

Da der Aufwand für unterschiedliche Maßnahmen zum Schutz vor Radon unterschiedlich hoch ist, ist es in sofern meisten Ihre eigene Entscheidung, welcher  Strahlendosis Sie sich noch aussetzen möchten oder nicht.

Sollten Sie sich ein Radon Messgerät mieten, dann bekommen Sie zusammen mit dem Messgerät eine kurze Anleitung die Ihnen erklärt, was Ihre Messwerte bedeuten und wie Sie sich verhalten sollten.

3. Senken Sie Ihre Radon-Exposition durch Gegenmaßnahmen

Die hier vorgeschlagenen Maßnahmen sind deshalb nur eine Empfehlung:

a) Niedrige Luft-Radioaktivität (unter 100 Bq/m3)

Lüften Sie regelmäßig: Ein kurzer Durchzug bzw. „Stoßlüften“ mindestens zwei mal täglich sind meist ausreichend. Insbesondere Kellerräume sollten Sie lüften bevor Sie sich längere Zeit dort aufhalten. Optional sollten Sie potenzielle Radon-Eintrittswege Luftdicht versiegeln, wie z.B.

  • sichtbare Risse in Kellerwänden und -böden
  • Wanddurchgang von Telefon-, Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen
  • auch Risse, z.B. um einen Abfluss im Boden.

Dichten Sie ausßerdem alle Verbindungen zwischen dem Keller und den darüberliegenden Etagen (Kabelkanäle, Leitungsdurchführungen) ab.

b) Erhöhte Luft-Radioaktivität >ca. 100 Bq /m3

Bei dieser Konzentration ist oft schon eine radioaktive Kontamination von Matratzen oder anderen Bereichen mit Hausstaub-Ansammlungen messbar.
In diesem Fall sind einfache Maßnahmen wie regenlmäßiges Lüften nicht mehr ausreichend, da das „Plateau“ der Luft-Radioaktivität manchmal nach schon 2-4 Stunden wieder erreicht ist. Zusätzlich sollte mindestens eine weitere, wirksame Maß installiert werden, wie z.B.

  • gezielte Absaugung der Luft unter der Bodenplatte
  • installation eines Radonbrunnen. Ein Radonbrunnen eignet sich insbesondere, wenn innerhalb von Gebäuden keine Entlüftung installiert werden kann/soll.
  • Eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) mit einer Luftwechselrate von mindestens 0,5 h-1 erzielt -gleichmäßige Belüftung vorausgesetzt- im Allgemeien eine Reduktion der Radon-Konzentration um 50%. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass durch die Lüftungsanlage besser ein Über- als ein Unterdruck erzeugt wird, selbst wenn der Überdruck nur wenige Pascal beträgt.
  • Luftfilter sind in der Lage, die mit dem Hausstaub verbundenen radioaktiven Radon-Folgeprodukte aus der Luft zu filtern. Gleichzeitig reduzieren Luftfilter die Anzahl der (Staub-)Partikel bzw. Aerosole in der Luft. Dies hat zur Folge, dass sich bei einem erneuten atomaren Zerfall die Zerfallsprodukte bevorzugt mit kleineren Partikeln zu Clustern verbinden, die beim Atmen zu einem wesentlich größeren Anteil im Vergleich zu größeren Partikeln in der Lunge verbleiben.Da Studien zu diesem Thema fehlen kann keine Aussage getroffen werden, ob der Einsatz von Luftfiltern oder Ionisatoren sinnvoll oder evtl. sogar kontraproduktiv ist.

Die Wirksamkeit der Gegenmaßnahmen sollten hin- und wieder durch eine erneute Radon-Messung überprüft werden.

FAQ

Frage: Können Sie mir anhand Ihrer Erfahrung bitte sagen wie groß der Lüfter
dimensioniert sein muss? So in etwa?

Antwort: Die Auslegung des Lüfters hat zwei Ziele:

  1. Er sollte stark genug sein um ausreichend viel Luft aus dem
    Radonbrunnen fordern zu können, um die Radon-Konzentration im Wohnraum
    ausreichend zu senken.
  2. Er sollte so wenig Energieverbrauch wie möglich haben. Da der Lüfter immer oder zumindest die meiste Zeit des Jahres in Betrieb sein wird, sollte man auch jedes Watt achten.

Bei der Auswahl der Lüfters stehen zwei Lüfterarten zur Auswahl: Radiallüfter und Axiallüfter. Axiallüfter fördern bei gleicher Leistung wesentlich mehr Luft als die Radiallüfter, dafür schaffen sie nur wenig Druckunterschied. Ein Radiallüfter schafft also viel weniger „Liter pro Minute“, dafür können Radiallüfter einen viel größeren Druckunterschied
erzeugen.

Faustregeln:

  1. Boden mit guter Luftdurchlässigkeit braucht eher Axiallüfter.
    Lehmiger, kompakter Boden Radiallüfter.
  2. Eine gute Möglichkeit abzuschätzen was benötigt wird liefert ein Test mit einem Staubsauger: Nachdem der Radon-Brunnen fertig ist, verschließen Sie das Loch provisorisch (z.B. mit Klebeband oder einer Holzplatte, abgedichtet mit Silikon) bis auf eine kleine Öffnung von 2-3 cm Durchmesser. Stellen eine Leistung von ca. 500 Watt und schalten Sie den Staubsauger ein. Halten Sie das Saugrohr auf die Öffnung, so dass der Staubsauger Luft aus dem Radonbrunnen absaugt. Beobachten Sie dabei das Motorgeräusch des Staubsaugers: Wird das Motorgeräusch deutlich schneller (großer Druckabfall, der Staubsauger beginnt zu „jaulen“, etwa so als wenn Sie das Saugrohr zu halten), dann benötigen Sie einen Radiallüfter. Ändert sich das Motorgeräusch nur wenig, dann ist der Boden sehr luftdurchlässig und Sie benötigen Sie einen Axiallüfter.
  3. Welche Leistung tatsächlich erforderlich ist, ist nicht pauschal zu beantworten… irgend etwas zwischen 5 und 100 Watt. Um so kompakter / lehmiger der Boden ist, um so größer ist die benötigte Leistung. In vielen Fällen wird man um „ausprobieren“ nicht herum kommen. Tipp hierzu: Kaufen Sie sich zunächst einen Kostengünstigen, eher leistungsschwachen Lüfter und führen Sie nach Inbetriebnahme eine erneute Radonmessung durch… vielleicht genügt ein leistungsschwacher Lüfter (jedes Watt verurchsacht etwa 2,50 Euro Stromkosten/Jahr). Ein 100-Watt-Lüfter wird zum echten Kostenfaktor, da zählen die Anschaffungskosten kaum. Nur wenn Sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, ersetzen Sie den Lüfter durch ein stärkeres Modell.
  4. Insbesondere bei kleineren Lüftern gibt es kostengünstge Lösungen aus dem PC-Bereich. Such-Stichworte „CPU-Lüfter“, „PC Gehäuse Lüfter“. Die Auswahl ist groß. Um so größer (Kantenlänge…) die Lüfter sind, um so bessere ihre Kennzahlen im Zweifel bestellen Sie lieber den größeren Lüfter. Lüfter die kleiner sind als 100 x 100 mm sind in der Regel zu klein. Rohreinschublüfter sind eine Alternative.

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