Fragen und Antworten zu Radon Gas (222Rn ☢)

Das natürlich vorkommende Edelgas Radon

  • ist sehr verbreitet und ein natürlich vorkommendes Gas in Gebäuden
  • iden meisten Menschen ist Radon als Problem unbekannt.

Einige häufig gestellte Fragen zu Radon habe ich hier gesammelt:

Wie riecht Radon?

Radon riecht überhaupt nicht. Radon ist außerdem unsichtbar, es hinterlässt auch keine Spuren (z.B. keine Staubschicht) und es verursacht keine kurzfristig spürbaren gesundheitlichen Folgen (wie zum Beispiel Kopfschmerzen oder Übelkeit). Der typische Kellergeruch hat nichts mit Radon zu tun – Kellergeruch tritt völlig unabhängig von Radon Gas auf.

Mehr zu den Eigenschaften von Radon, warum Radon gefährlich ist und andere Fragen finden Sie im Artikel „Was ist Radon?“

Wer misst Radon?

Eine Radon Messung können Sie von einem Radon-Experten oder Radon-Gutachter als Dienstleister durchführen lassen. Entsprechende Angebote sind aber für Privat-Kunden eher teuer.

Eine Radon Messung können Sie aber auch ganz einfach selbst selbst durchführen:

  • Ein Radon Messgerät können Sie mieten (ab ca. 30-40 Euro) oder kaufen (je nach Gerät ab ca. 180 – 260 Euro)
  • Für eine Radon-Messung im privaten Umfeld sind keine besonderen Kenntnisse erforderlich.
  • Jeden Radon-Messgerät liegt eine Anleitung bei, die anschaulich wie eine Messung durchzuführen ist und was die Messergebnisse bedeuten.
  • Sollten Sie Fragen haben, dann berät Sie ein Radon-erfahrener Ingenieur.

Radon Messgeräte Vergleich: Welches Radon Messgerät ist das Beste?

 

Welche Wirkung hat Radon auf den Menschen?

Die wesentliche Wirkung von Radon besteht in der Belastung der Lunge und der Haut durch radioaktive Strahlung. Die Haupt-Belastung für den Körper besteht im Wesentlichen aus dem Einatmen von radioaktiv kontaminiertem Hausstaub und einer Strahlenbelastung der Lunge.

Warum ist Radon gefährlich?

Der durch Radon radioaktiv kontaminierte Hausstaub begünstigt langfristig Lungenkrebs  (bevorzugt das „kleinzellige Bronchialkarzinom“). Ausführlichere Informationen zu „Wie wirkt Radon“ und den gesundheitlichen Folgen finden sie hier

Ab wann ist Radon schädlich?

Lungenkrebs RadonFür Radon gibt es keine „Unbedenklichkeitsgrenze“: Radon ist ein lungenschädigendes Gas. Um so weniger Radon in der Luft ist, um so besser! Da Radon in geringer Menge in der freien Atmosphäre enthalten ist, kann es einen „Grenzwert Null“ nicht geben.

WHO-Empfehlungen oder gesetzliche Grenzwerte sind eher als praktikable oder an Wirtschaftlichkeit orientierte Anhaltspunkt oder Empfehlungen zu sehen, um langfristige Schäden zu minimieren.

Radon Grenzwerte haben also empfehlenden oder juristischen Charakter.

Die Frage „Wie gefährlich ist Radon?“ lässt sich also einfach beantworten: Um so mehr Radon Gas Sie ausgesetzt sind, um so gefährlicher ist es. Es genügt bereits eine geringe Raumluft-Radioaktivität genügt um das Lungenkrebs-Risiko messbar zu erhöhen.

Statt an einem festen Grenzwertes sollten Sie sich deshalb  deshalb gelten: Um so weniger Radon in der Luft ist, um so besser!

Wo kommt Radon vor?

Radon kommt nahezu überall vor. Verallgemeinert kann man sagen: In Deutschland nördlich der Mittelgebirge gibt es eher etwas weniger Radon im Boden, in den Mittelgebirgen und im Süden eher mehr. Weitere Informationen finden Sie im Artikel zur Verteilung von Radon in Deutschland.

Wo entsteht das Edelgas Radon?

Die wesentliche Quelle für Radon ist der Erdboden. Radon aus dem Boden verursacht ca. 80-90% üblichen Radon-Belastung von Menschen.

Radon ist aber auch Wasser-löslich. Das bedeutet auch Trinkwasser kann Radon ins Haus transportieren. Ist dies der Fall, dann steigt die Radon-Konzentration in der Raumluft nach zum Beispiel dem Duschen messbar an.

Um Radon im Wasser durch Messung der Radon-Konzentration in der Raumluft nachweisen zu können wird ein schnelles Radon-Messgerät benötigt. Das RadonEye RD 200 ist aktuell das einzige Radon-Messgerät, das schnell genug misst, um Effekte durch Radon im Leitungswasser nachweisen zu können.

Ebenso wie Trinkwasser kann auch Quellwasser Radon-haltig sein. Da Quellwasser aber oft nicht in geschlossenen Räumen Verwendung findet und eher selten als Trinkwasser genutzt wird,  sind die gesundheitlichen Auswirkungen von Radon in diesem Fall eher gering.

Wo ist Radon drin?

Es gibt keine industrielle Verwendung von Radon Gas. Es wird keinen Produkten zugesetzt und als Flaschengas kaufen kann man es auch nicht.

Einzige Ausnahme ist die Radonkur, bei der gezielt die positiven Wirkungen Radon als Heilmittel zum Beispiel bei Rheuma genutzt werden. Hierfür werden Menschen in eine Höhle oder Grotte gebracht, deren Luft stark Radonhaltig ist. Es gibt viele positive Erfahrungen, die Nebenwirkungen durch die Belastung der Lunge und der Haut die die Radioaktivität bestehen aber trotzdem. Mehr Informationen zur Radonkur.

Wo kommt Radon her?

Radon entsteht durch den radioaktiven Zerfall von Uran. Das bedeutet, dass alle Stoffe, die uranhaltig sind, auch Radon freisetzen. Uran ist nahezu überall im Erdboden enthalten. Da Radon ein Gas ist, kann es auch aus großer Tiefe aufsteigen.

Die Hauptquelle für Radon ist der Erboden, Radon gelangt über den Keller bzw. die niedrigste Etage ins Haus.

Weitere Radon-Quellen im Haus:

  1. Baustoffe (insbesondere dann wenn sie viele natürliche, radioaktive Isotope enthalten. Dies ist gehäuft bei Lehm, Ziegeln (-> Ziegel werden aus Lehm gebrann!), Schlacke (als Schüttgut in Zimmerdecken) oder Rotschlamm der Fall. Mehr Informationen finden Sie im Artikel radioaktive Baustoffe.
  2. Granit kann ebenfalls viele Radioaktive Isotope aus der Uran-Radium-Reihe enthalten und somit Radon freisetzen.
  3. Trinkwasser. Radon ist wasserlöslich und kann (zum Beispiel beim Duchschen) aus dem Wasser ausgasen. Trinkwasser als Radon-Quelle in Häusern spielt allerdings im vergleich zu Radon aus dem Baugrund eine eher untergeordnete Rolle.

Weitere Informationen wie Radon ins Haus kommt und in die Luft gelangt finden Sie im Artikel Warum reichert sich Radon in Gebäuden an?

Warum Radonmessung?

Hierfür gibt es zwei Gründe:

  1. Radon in gesundheitsschädlichen Konzentrationen ist ein sehr weit verbreitetes Problem. Gleichzeitig ist eine Radon Messung die einzige Möglichkeit, ein Radon Problem zu erkennen.
  2. Eine Radon Messung schafft Bewusstsein: Wenn Sie aufgrund einer Messung die mittlere Radon-Konzentration Ihres Hauses kennen, dann können Sie durch angemessene Schutzmaßnahmen vor Radon oder entsprechende Verhaltensweisen Ihre persönliche Radon-Exposition wesentlich verringern.

Wie schützt man sich vor Radon?

Es gibt viele einfache und oft annähernd kostenlose Lösungen. Welche Lösung bzw. welche Kombination von Lösungen „die beste“ ist, kann nicht allgemein gesagt werden, da dies von Fall zu Fall verschieden ist.

Mögliche Maßnahmen sind zum Beispiel:

  • Radonbrunnen bzw. Luftbrunnen (Radon absaugen)
  • Abdichten von Rissen und Anschlüssen in Erdberührenden Gebäudeteilen (z.B. Bodenabdichtung)
  • systematisches Lüften
  • Raum Umnutzung
  • Abdichten des Kellers gegen das verbleibende Gebäude
  • Belüftung des Kellers oder der niedrigsten Etage (über Lüfter, mit und ohne Wärmetauscher).

Umfassender Informationen zum Thema „Wie kann ich mich vor Radon schützen“ finden Sie hier.

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