Was ist Radon☢?

 

radon

  • Entstehung, Vorkommen: Natürlich vorkommendes Gas aus dem Boden, nahezu überall nachweisbar,  besonders stark in Radon-Risikogebieten
  • Besondere Merkmale: Keine, Radon ist farb- und geruchlos
  • Gesundheitliche Auswirkungen: radioaktiv, erzeugt Haut- und Lungenkrebs
  • Radon-Nachweis: Radon-Messung mit Radonmessgerät
  • Schutz vor Radon: einfache Schutzmaßnahmen möglich

Radon ist ein radioaktives Gas, das sich völlig unbemerkt in sehr vielen Häusern anreichert. Die Gesundheitsgefahr durch Radon ist nahezu unbekannt.

Radon ist instabiles zerfällt unter Abgabe radioaktiver Strahlung in der Raumluft. Diese ionisierende Strahlung schädigt das Lungengewebe und Haut.

Radonbelastung hat wesentlichen Anteil an der Belastung von Menschen durch natürlich vorkommende Radioaktivität.

Fakt 1: Die meisten Gebäude haben Radon in der Raumluft

Radon Test mit Geigerzähler
Anschaulich: Radon-Nachweis in einem Wohnhaus mit einem Staubsauger und einem Geigerzähler
  • Radon ist ein nahezu überall natürlich vorkommendes, radioaktives Gas.
  • Radon entsteht durch den Zerfall von Uran im Boden. Radon dringt über Ritzen und Spalten in die unterste Etage von Gebäuden (meist der Keller) ein und reichert sich in der Raumluft an.
  • Jedes Gebäude kann betroffen sein, egal ob Wohnhaus, Neubau, Altbau, Schule oder Lagerhalle.
  • Radon ist kein lokales oder regionales Problem einiger Risiko-Gebiete

Fakt 2: Ohne Warnung – Radon ist unsichtbar und geruchlos

Es gibt keine sichtbaren Anzeichen für Radon in Gebäuden. Radon verursacht keine Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen, es hinterlässt auch keine Spuren. Es ist unsichtbar und geruchlos. Radon verhält sich so, als wäre es gar nicht da.

Muffiger Kellergeruch hat nichts mit Radon zu tun – Ursache für Kellergeruch ist meist Feuchtigkeit und Bakterien, die auf/in den Wänden für Gerüche sorgen. Kellergeruch erlaubt deshalb keine Rückschlüsse auf eine mögliche Radonbelastung.

Fakt 3: Radon ist die zweit-häufigste Ursache für Lungenkrebs.

  • Alle 5 Stunden stirbt in Deutschland ein Mensch an Lungenkrebs, der auf das Einatmen von radonhaltiger Raumluft zurückzuführen ist. Das sind etwa 30% aller Lungenkrebsfälle oder ca. 2600 Tote pro Jahr[10].
  • Radon Gas ist instabil, es zerfällt radioaktiv und kontaminiert Raumluft und Hausstaub. Beim Atmen gelangen radioaktive Partikel in der Lunge und bestrahlen diese: Radon und seine Folgeprodukte verursachen so Lungenkrebs, bevorzugt das „Kleinzellige Bronchialkarzinom“.

Fakt 4: Einfacher Schutz vor Radon ist möglich

  • Es gibt viele Vorsorgemaßnahmen und zum Teil sehr kostengünstigen Schutz vor Radon
  • Regelmäßiges Lüften ist hilfreich, ist aber in manchen Fällen nicht ausreichend. Klarheit bringt nur eine Radon Messung. Radon Messungen können Sie auch selbst durchführen.

Warum ist Radon so gesundheitsschädlich?

Radon ist ein chemisch neutrales Gas. Es nicht möglich sich mit Radon zu vergiften. Der Körper zeigt aus diesem Grund auch keine Reaktionen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit.

Da Radon völlig unauffällig, geruchlos und unsichtbar ist, gibt es keine Hinweise oder Anzeichen für Radon in der Raumluft, also keine Warnung:
Radon hinterlässt keine Spuren in der Wohnung. Eine Radon-Exposition ist auch durch einen Arztbesuch nicht nachweisbar. Die Gefährlichkeit von Radon ist alleine auf seine Radioaktivität zurückzuführen.

Lungenkrebs durch Radon

08-lungenschaedigendRadon Gas ist radioaktiv: Es zerfällt in der Raumluft unter Abgabe radioaktiver Strahlung. Bei diesem Zerfall entstehen neue Elemente, z.B. die ebenfalls radioaktiven Schwermetalle 218Polonium, 214Wismut und 214Blei. Diese Zerfallsprodukte sind nicht elektrisch neutral (= „Ionen“) und verbinden sich deshalb schnell mit Teilchen in der Atemluft, dem Hausstaub.

Der Hausstaub wird hierdurch radioaktiv kontaminiert. Einmal eingeatmet, verbleibt ein großer Teil des radioaktiven Hausstaubes in dem Atemwegen, wo sich die Zerfallsprodukte Polonium, Wismut und Blei anreichern und durch ihren weiteren radioaktiven Zerfall Lungengewebe bestrahlen und damit schädigen.

Die radioaktive Strahlung in der Lunge ist schmerzfrei und völlig unbemerkt, über einen längeren Zeitraum kann die Strahlung aber Lungenkrebs (bevorzugt das „kleinzellige Bronchialkarzinom“) verursachen. An Lungenkrebs durch Radon sterben mehr Menschen als an Brustkrebs, Prostatakrebs und Dickdarmkrebs zusammen.[12]

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Ab welchem Grenzwert ist Radon schädlich?

Bei Radon gibt keinen Grenzwert oder eine „unbedenkliche Dosis“: Medizinische Studien zeigen, dass es einen linearen Zusammenhang zwischen der Radon-Belastung der Raumluft und dem Vorkommen von Lungenkrebs gibt[8].Die Frage „Wie gefährlich ist Radon?“ lässt sich also einfach beantworten: Um so weniger Radon in der Luft ist, um so besser.

Empfehlungen oder gesetzliche Grenzwerte sind unter gesundheitlichen Aspekten eher als praktikable oder an Wirtschaftlichkeit orientierte Anhaltspunkt oder Empfehlungen zu sehen.

Eine Studie weist allerdings darauf hin, dass bei niedriger Exposition eventuell kein linearer Zusammenhang besteht: weitere Forschung ist erforderlich.[9]

Hautkrebs durch Radon

Seit Juni 2017 ist durch eine Schweizer Studie zudem bekannt, dass neben UV-Strahlung auch Radon Gas das Risiko erhöht, an bösartigem Hautkrebs (malignes Melanom) zu erkranken.[11]

Die radioaktive alpha-Strahlung, die beim Zerfall von Radon entsteht wirkt vergleichbar der Ultravioletten (UV) Strahlung des Sonnenlichts Hautschädigend. In einer Schweizer Studie wurden Zensusdaten (z.B. Wohnort) und Todesursachen und die Messergebnisse von Radonmessungen miteinander vergleichen. Ein Ergebnis der Studie: Junge Menschen werden stärker geschädigt als ältere Menschen: Bei etwa 30-jährigen Menschen nimmt die relative Wahrscheinlichkeit an einem Melanom zu erkranken um durchschnittlich 50% pro 100 Becquerel/m³ zu. Bei 60-jährigen Menschen beträgt diese Zunahme noch 16%.[11]

Raucher besonders gefährdet

Studien deuten darauf hin, dass eine erhöhte Radon-Konzentration in der Raumluft proportional das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken erhöht. Fatal für Raucher ist, dass dies für Raucher und Nichtraucher gleichermaßen gilt:

Ist eine erhöhte Raumluft-Radioaktivität das Lungenkrebs-Risiko eines Nichtrauchers um zum Beispiel 30% erhöht, dann steigt das absolute Risiko des Nichtrauchers an Lungenkrebs zu sterben von ca. 1% ( = natürliches Todesfall-Risiko durch Lungenkrebs) um 0,01 x 0,3 = 0,3% auf 1,3%.

Hat ein Raucher ein absolutes Lungenkrebs-Risiko von 30% und kommt das Zusatz-Risiko von 30% durch Radon hinzu, dann steigt das Risiko des Rauchers von 30% um 9% auf 39% (!).

In der Tabelle (nach Quelle[6]) ist das absolute Lungenkrebsrisiko für Raucher und Nichtraucher gegenüber gestellt: Es ist deutlich zu erkennen, dass Raucher nicht nur ein wesentlich höheres Erkrankungsrisiko haben als Nichtraucher, sondern auch durch Radon wesentlich mehr geschädigt werden.

Läge des Rauchenskein Radon/ 0 Bq/m3Radon 800 Bq/m3
Lebenslange Nichtraucher0,4%0,7%
15-24 Zigaretten/Tag bis zum 30. Lebensjahr2,3%3,7%
15-24 Zigaretten/Tag bis zum 50. Lebensjahr4,3%7,2%
15-24 Zigaretten/Tag bis zum 75. Lebensjahr10,4%16,9%

Wichtig: In der Tabelle oben ist nur Lungenkrebs-Risiko durch Rauchen aufgeführt. Andere Gesundheitsrisiken durch Rauchen wie Rachen- und Kehlkopfkrebs, Asthma oder vorzeitige Hautalterung[7] sind hier nicht berücksichtigt.

Wo gibt es Radon Gas?

Karte der Raumluft-Messwerte. Quelle: Europäische Komission, DG Joint Research Centre (JRC), Institute for Transuranium Elements, REM Action
Karte der Raumluft-Messwerte. Quelle: Europäische Komission, DG Joint Research Centre (JRC), Institute for Transuranium Elements, REM Action

Radon entsteht praktisch überall im Boden. Die Verteilung ist jedoch Regional und lokal unterschiedlich.

In einigen Regionen ist die Radon-Konzentration im Boden aber größer (zum Beispiel Erzgebirge, Odenwald, Pfälzerwald, Voralpen), siehe Radon-Karte des BfS.

Grundsätzlich gibt die Radon-Karte aber keine Auskunft darüber, wie hoch die zu erwartende Radonkonzentration in Gebäuden ist. Die Radon-Karte liefert lediglich einen Anhaltswert, wie groß das Risiko ist, dass es zu einer bedenklichen Radon-Konzentration der Raumluft kommen kann.

Radon-Risikogebiete zeichnen sich dadurch aus, dass in diesen Gebieten die Konzentration noch höher ist als in den übrigen Gebieten. Die höchsten Konzentrationen von Radon Gas treten in Gebieten auf, in denen es große vorkommen von Uran- oder Wismut gibt.

Welche Gebäude von Radon sind betroffen?

Es ist kaum möglich vorherzusagen, welche Immobilien besonders hohe Radonkonzentrationen aufweisen, da es viele nicht-sichtbare Einflussfaktoren gibt. Grundsätzlich sind alle Arten von Gebäuden gefährdet, egal ob Wohnhaus, Schule, oder Lagerhalle.

Sichtbare Risikofaktoren für mögliche hohe Radon-Konzentrationen im Gebäude sind:

  • Hanglage,
  • Keller mit Naturboden,
  • Risse in den Kellerwänden oder nicht-Luftdichte Anschlüsse für Strom oder Wasser,
  • Keller aus Naturstein.

Unsichtbare Risikofaktoren sind zum Beispiel:

  • lokale, geologische Besonderheiten, wie Risse im Boden unter dem Haus,
  • Baustoffe mit hoher Gasdiffusion im Bodenbereich oder
  • unentdeckte Risse oder Spalten hinter Verkleidungen

Diese Besonderheiten führen dazu, dass ein Haus hoch, ein Nachbarhaus direkt nebenan kaum belastet sein kann. Eigene Messungen haben selbst innerhalb des selben Hauses signifikante Unterschiede der Radon-Konzentration in einzelnen Räumen ergeben.

Offensichtliches Radon-Risiko: Poröser Baustoff und offene Fugen im Kellerbreich
Offensichtliches Radon-Risiko: Poröser Baustoff und offene Fugen im Kellerbreich

Die Erfahrung zeigt auch, dass selbst moderne Gebäude ohne erkennbare Risikofaktoren eine erhebliche radioaktive Kontamination der Raumluft haben können. Eine Radon-Raumluftanalyse ist deshalb immer ratsam. Treffen aber einer oder mehrere dieser Risiko-Faktoren auf Ihre Immobilie zu, dann ist eine Radonmessung sogar dringend angeraten.

Warum reichert sich Radon in Gebäuden an?

Gasdichte Folie unter der Bodenplatte - Radon Barriere
Eine Methode wie man sich vor Radon schützen kann: Luftdichte Folie unter der Bodenplatte beim Neubau

Der immer vorhandene, im Vergleich zur Umgebung geringfügig niedrigere Luftdruck in Gebäuden begünstigt das Eintreten von Luft aus dem Boden in die unterste Etage des Hauses, das heißt in der Regel in den Keller. Risse in den Wänden oder der Bodenplatte sowie nicht Gasdichte Strom- und Wasseranschlüsse begünstigen den Eintritt von Radon ins Haus. Aber auch ohne Risse gelangt Radon durch in die Raumluft, zum Beispiel durch gasdurchlässige Baumaterialien.

Die Radonkonzentration in der Raumluft hängt wesentlich von individuellen Merkmalen der Gebäude und der Geologie ab und kann selbst von Raum zu Raum stark schwanken. Risse/Klüften im Untergrund des Hauses begünstigen die Ausbreitung von Radon. Radon kann auch mit fließendem Grundwasser transportiert werden.[2]

Auch in aus geologischer Sicht gering belasteten Gebieten ist eine erhöhte Radioaktivität der Raumluft möglich. Radon kann auch im Haus selbst entstehen, durch (wie zum Beispiel Lehm, siehe Artikel Radioaktive Baustoffe) entstehen.[3]

Radonkonzentration am höchsten in  Keller und EG

Die höchste Konzentration ist im Keller (allgemeiner: in der untersten Etage) vorhanden. Radon verteilt sich von Unten nach Oben durch das Haus, deshalb nimmt die Radonkonzentration mit höheren Etagen eher ab:

  1. Radon tritt aus dem Erdboden in die unterste Etage ein (…das ist meist der Keller).
  2. In den oberen Etagen gibt es eher wenige und eher schwache Quellen für Radon Gas. In den oberen Etagen eines Hauses geht mehr Radon durch Lüften oder Undichtigkeiten verloren als hinzu kommt.
  3. Radon Gas ist ein sehr schweres Gas. Es benötigt Luftströmung und thermische Durchmischungsvorgänge, damit Radon in die oberen Etagen gelangen kann.
  4. Der Keller ist oft schlechter belüftet als die oberen Etagen.

Eine belüfteter Heizungskeller hat übrigens keine schützende Wirkung: Eigene Messungen haben in unbelüfteten Nebenräumen teilweise 30fach erhöhte radioaktive Strahlung im Vergleich zur Außenluft ergeben.

Höhere Radonkonzentration bei modernisierten Gebäuden möglich

Grund hierfür ist die im Vergleich zum Zustand vor Baubeginn die verbesserte Bauwerksabdichtung und die damit verbundene Senkung des Luftaustauschs.[1]. Eine Studie aus dem Tessin/Schweiz kommt zu dem Ergebnis, dass eine energetische Sanierung von Gebäuden oft negative Auswirkungen auf die Radon-Konzentration in der Raumluft hat[13]. Aus diesem Grund sollten Radon-Schutzmaßnahmen bei der Projektplanung zur Sanierung eines Altbaus mit einbezogen werden.

Häufig gestellte Fragen

Wie entsteht Radon Gas?

Die Erdkruste enthält natürliche Radionuklide wie Uran-238, Uran-235, Thorium-232 und Kalium-40, die radioaktiv zerfallen. Als Zwischenprodukt der Zerfallsreihe von Uran-238 entsteht unter anderem das radioaktive Edelgas Radon-222 (Halbwertszeit 3,8 Tage)[4]. Im Gegensatz zu anderen radioaktiven Elementen ist Radon gasförmig, deshalb kann es aus der Tiefe im Boden in die Atmosphäre entweichen. Im Freien verteilt es sich schnell und stellt keine große Gefahr dar.

Wie riecht Radon?

Radon riecht überhaupt nicht. Radon ist außerdem unsichtbar, es hinterlässt auch keine Spuren (z.B. keine Staubschicht) und es verursacht keine kurzfristig spürbaren gesundheitlichen Folgen (wie zum Beispiel Kopfschmerzen oder Übelkeit). Der typische Kellergeruch hat nichts mit Radon zu tun – Kellergeruch tritt völlig unabhängig von Radon Gas auf.

Wer misst Radon?

Eine Radon Messung können Sie von einem Radon-Experten oder Radon-Gutachter als Dienstleister durchführen lassen. Entsprechende Angebote sind aber für Privat-Kunden eher teuer.

Eine Radon Messung können Sie aber auch ganz einfach selbst selbst durchführen:

  • Ein Radon Messgerät können Sie mieten (ab ca. 30-40 Euro) oder kaufen (je nach Gerät ab ca. 180 – 260 Euro)
  • Für eine Radon-Messung im privaten Umfeld sind keine besonderen Kenntnisse erforderlich.
  • Jeden Radon-Messgerät liegt eine Anleitung bei, die anschaulich wie eine Messung durchzuführen ist und was die Messergebnisse bedeuten.
  • Sollten Sie Fragen haben, dann berät Sie ein Radon-erfahrener Ingenieur.

Was ist eine „Radon-Therapie“?

Radon Gas kann auch Nutzen haben: Bei der Radon-Therapie (auch Radonbad oder Radoninhalationskur) werden Stollen mit hohen Radonkonzentrationen genutzt, um Rheumaleiden, Morbus Bechterew, Asthma, chronische Bronchitis oder Schuppenflechten zu behandeln. Die therapeutische Wirkung ist zwar nur teilweise bekannt, als gesichert gilt aber, dass die von Radon und seinen Folgeprodukten beim radioaktiven Zerfall entstehende Alpha-Strahlung bei den getroffenen Zellen den Zelltod auslöst, wodurch entzündungshemmende Botenstoffe freigesetzt werden.

Gesundheitliche Risiken wie das zusätzliche Lungenkrebs-Risiko der Radon-Therapie wird seit Ende 2012 vom Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt untersucht.[5] In jedem Fall sollte der Nutzen der Radon-Therapie mit dem Risiko durch Radon-Inhalation abgewogen werden.

Wo kommt Radon vor?

Radon kommt nahezu überall vor. Verallgemeinert kann man sagen: In Deutschland nördlich der Mittelgebirge gibt es eher etwas weniger Radon im Boden, in den Mittelgebirgen und im Süden eher mehr.

Wo entsteht das Edelgas Radon?

Die wesentliche Quelle für Radon ist der Erdboden. Radon aus dem Boden verursacht ca. 80-90% üblichen Radon-Belastung von Menschen.

Radon ist aber auch Wasser-löslich. Das bedeutet auch Trinkwasser kann Radon ins Haus transportieren. Ist dies der Fall, dann steigt die Radon-Konzentration in der Raumluft nach zum Beispiel dem Duschen messbar an.

Um Radon im Wasser durch Messung der Radon-Konzentration in der Raumluft nachweisen zu können wird ein schnelles Radon-Messgerät benötigt. Das RadonEye RD 200 ist aktuell das einzige Radon-Messgerät, das schnell genug misst, um Effekte durch Radon im Leitungswasser nachweisen zu können.

    Ebenso wie Trinkwasser kann auch Quellwasser Radon-haltig sein. Da Quellwasser aber oft nicht in geschlossenen Räumen Verwendung findet und eher selten als Trinkwasser genutzt wird,  sind die gesundheitlichen Auswirkungen von Radon in diesem Fall eher gering.

    Wo ist Radon drin?

    Es gibt keine industrielle Verwendung von Radon Gas. Es wird keinen Produkten zugesetzt und als Flaschengas kaufen kann man es auch nicht.

    Einzige Ausnahme ist die Radonkur, bei der gezielt die positiven Wirkungen Radon als Heilmittel zum Beispiel bei Rheuma genutzt werden. Hierfür werden Menschen in eine Höhle oder Grotte gebracht, deren Luft stark Radonhaltig ist. Es gibt viele positive Erfahrungen, die Nebenwirkungen durch die Belastung der Lunge und der Haut die die Radioaktivität bestehen aber trotzdem. Mehr Informationen zur Radonkur.

    Wo kommt Radon her?

    Radon entsteht durch den radioaktiven Zerfall von Uran. Das bedeutet, dass alle Stoffe, die uranhaltig sind, auch Radon freisetzen. Uran ist nahezu überall im Erdboden enthalten. Da Radon ein Gas ist, kann es auch aus großer Tiefe aufsteigen.

    Die Hauptquelle für Radon ist der Erboden, Radon gelangt über den Keller bzw. die niedrigste Etage ins Haus.

    Weitere Radon-Quellen im Haus:

    1. Baustoffe (insbesondere dann wenn sie viele natürliche, radioaktive Isotope enthalten. Dies ist gehäuft bei Lehm, Ziegeln (-> Ziegel werden aus Lehm gebrann!), Schlacke (als Schüttgut in Zimmerdecken) oder Rotschlamm der Fall. Mehr Informationen finden Sie im Artikel radioaktive Baustoffe.
    2. Granit kann ebenfalls viele Radioaktive Isotope aus der Uran-Radium-Reihe enthalten und somit Radon freisetzen.
    3. Trinkwasser. Radon ist wasserlöslich und kann (zum Beispiel beim Duchschen) aus dem Wasser ausgasen. Trinkwasser als Radon-Quelle in Häusern spielt allerdings im vergleich zu Radon aus dem Baugrund eine eher untergeordnete Rolle.

    Weitere Informationen wie Radon ins Haus kommt und in die Luft gelangt finden Sie im Artikel Warum reichert sich Radon in Gebäuden an?

    Warum Radonmessung?

    Hierfür gibt es zwei Gründe:

    1. Radon in gesundheitsschädlichen Konzentrationen ist ein sehr weit verbreitetes Problem. Gleichzeitig ist eine Radon Messung die einzige Möglichkeit, ein Radon Problem zu erkennen.
    2. Eine Radon Messung schafft Bewusstsein: Wenn Sie aufgrund einer Messung die mittlere Radon-Konzentration Ihres Hauses kennen, dann können Sie durch angemessene Schutzmaßnahmen vor Radon oder entsprechende Verhaltensweisen Ihre persönliche Radon-Exposition wesentlich verringern.

    Wie schützt man sich vor Radon?

    Es gibt viele einfache und oft annähernd kostenlose Lösungen. Welche Lösung bzw. welche Kombination von Lösungen „die beste“ ist, kann nicht allgemein gesagt werden, da dies von Fall zu Fall verschieden ist.

    Mögliche Maßnahmen sind zum Beispiel:

    • Radonbrunnen bzw. Luftbrunnen (Radon absaugen)
    • Abdichten von Rissen und Anschlüssen in Erdberührenden Gebäudeteilen (z.B. Bodenabdichtung)
    • systematisches Lüften
    • Raum Umnutzung
    • Abdichten des Kellers gegen das verbleibende Gebäude
    • Belüftung des Kellers oder der niedrigsten Etage (über Lüfter, mit und ohne Wärmetauscher).

    Umfassender Informationen zum Thema „Wie kann ich mich vor Radon schützen“ finden Sie hier.

     

    Was bedeutet das für mich wenn ich in höherer Radon Belastung im Keller gearbeitet habe?

    Radon wirkt vergleichbar wie das Rauchen. Die gesundheitlichen Folgen kommen langfristig. Ein paar Tage in Radon-reicher Atmosphäre arbeiten ist zwar unvorteilhaft, aber kein Grund zur Sorge. Schlimmer ist es, wenn Sie z. B. über Jahre hinweg die Radonhaltige Luft inhalieren.

    Ist eine Schweißbahn gegen Feuchtigkeit auf dem Kellerboden Schutz gegen Radongas?

    Ja! Maßnahmen gegen Hochwasser oder Feuchtigkeit im Keller sind meistens gleichzeitig ein Schutz gegen Radon. Ein eventuell vorhandenes Problem wird dadurch nicht mit Sicherheit beseitigt, aber zumindest ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine eventuell vorhandene problematische Kontamination der Raumluft reduziert wird.

    Radon im Altbau: Was können wir tun?

    So lange eine Messung nicht beendet ist, ist es schwer etwas zu empfehlen.
    Was Sie aber vorab tun können / als Sofortmaßnahme meistens ausreichend:

    1. Lüften Sie kurz durch, bevor Sie sich länger in den unteren Etagen
    aufhalten. Sie müssen nicht lange lüften – ein kurzer Durchzug und Radon ist für die nächsten Stunden passé.
    2. Lüften Sie Wohnräume mindestens 2 mal am Tag – besser drei mal.
    Auch hier gilt: Kurzer Durchzug genügt!

    Lassen Sie sich vom „Altbau“ nicht abschrecken – auch ein Neubau reichert Radon an!

    Belastet die Radon-Therapie den Körper?

    Nach meinem Kenntnisstand (ich bin Ingenieur – kein Mediziner!) sieht die Sache so aus:
    Radon belastet in erster Linie die Lunge und ist nach dem Rauchen die Haupt-Ursache für Lungenkrebs (-> „kleinzelliges Bronchialkarzinom“) sowie die Haut (-> „Malignes Melanom“). Dies sind die Nebenwirkungen einer Radon-Exposition.
    Die positiven Wirkungen zum Beispiel bei Rheuma sind ebenso erwiesen wie die negativen Wirkungen. Deshalb ist es ratsam, die Risiken und den Nutzen abzuwägen ein Radon-Bad (oder auch den Aufenthalt in einem Radon-Stollen) nur zu therapeutischen Zwecken zu nutzen.

    Meine Meinung dazu: Die positiven Effekte von Radon können medizinisch gezielt genutzt werden – ohne vernünftigen Grund rate ich von einer unnötigen Radon-Exposition absolut ab!

    In welcher Höhe muss das Ende des Zuluftrohrs einer Kontrollierten Wohnraumlüftung (KWL) vom Boden entfernt sein?

    Die Erdatmosphäre enthält -mehr oder weniger konstant- eine natürliche Radioaktivität durch Radon und seine Folgeprodukte von 10-15 Becquerel/m3. In der untersten Luftschicht ist zwar die Luft-Radioaktivität am größten, aber durch die selbst bei ruhigem Wetter vorhandene Luftbewegung / Turbulenz ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich im Freien problematische Konzentrationen bilden können.

    Ich habe keine Studien zum Beleg oder Richtlinien, die ich nennen könnte und die eine Mindest-Höhe des KWL-Ansaugrohres vorgeben.

    Aus meiner Erfahrung heraus würde ich sagen: So lange Sie mit Ihrem Ansaug-Rohr nicht
    a) absurd dicht über dem Erdboden die niedrigste Luftschicht oder
    b) direkt aus der Erde Luft ansaugen (auch das gibt es!),
    sehe ich in Puncto Radon-Belastung durch die Zu-Luft keine Probleme bzw. Radon nicht als zu berücksichtigenden Faktor bei der Wahl der Höhe des Ansaug-Rohres.

    Bitte beachten Sie, dass auch nachträgliche bauliche Veränderungen am Haus (z.B. Austausch von Fenstern oder luftdichte Sanierung des Daches, aber auch der Betrieb einer KWL) durch veränderten Innen-Luftdruck und veräderte Luftwechselrate Einfluss auf die Radon-Konzentration und damit den Luft-Schadstoffgehalt im Wohnraum haben.

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    Quellen

    1. [1] Artikel Radonbelastung, de.wikipedia.org, ausgelesen am 29.11.2012.
    2. [2] Bundesamt für Strahlenschutz: Radonausbreitung im Boden, ausgelesen am 04.12.2012.
    3. [3] Holger Dambeck: Forscher warnen vor Strahlung in Lehmhäusern, Spiegel online, Datum: 18. April 2012, aus spiegel.de, ausgelesen am 29.11.2012.
    4. [4] Bundesamt für Strahlenschutz: Einführung in Radon, ausgelesen am 03.05.2013.
    5. [5] Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 17.2.2013, Nr. 7, Seite 66.: „Es gibt sie doch, die gute Radioaktivität“
    6. [6] Lungenkrebs durch Radon, Helmholtz Zentrum München.
    7. [7] Rauchen: Risikofaktor für Krankheiten, Wikipedia-Artikel Tabakrauchen, ausgelesen am 29.05.2013.
    8. [8] Umweltmedizinischer Informationsdienst Ausgabe 3/2000, Seite 3:. Lungenkrebsrisiko durch Radon in Wohnungen – derzeitiger Kenntnisstand aus epidemiologischen Studien Herausgeber: UBA, RKI, BgVV, BfS
    9. [9] „Schneeberger Studie“ High residential radon health effects in Saxony.
    10. [10] Stiftung Warentest Bedrohung aus der Tiefe Heft 12/2000, Seite 48. Dieser Artikel ist auch online verfügbar.
    11. [11] Effects of Radon and UV Exposure on Skin Cancer Mortality in Switzerland. Swiss Tropical and Public Health, Diese Studie wurde im Juni 2017 veröffentlicht und online verfügbar.
    12. [12] Stiftung Warentest Bedrohung aus der Tiefe Heft 12/2000, Seite 48. Dieser Artikel ist auch online verfügbar.
    13. [13] Umweltmedizinischer Informationsdienst Ausgabe 3/2000, Seite 3:. Lungenkrebsrisiko durch Radon in Wohnungen – derzeitiger Kenntnisstand aus epidemiologischen Studien Herausgeber: UBA, RKI, BgVV, BfS
    14. [14] Artikel „Radon-Hotspot“ Graubünden, suedostschweiz.ch – „Mein Regionalportal“, ausgelesen am 05.03.2014.

    8 Gedanken zu „Was ist Radon? Die wichtigsten Informationen über Radon in Gebäuden

    • 15. Februar 2018 um 22:20
      Permalink

      Wir haben ein sehr altes Haus und im Keller eine sehr hohe radonbelastung.
      Wenn wir den Fußboden versiegeln, steigt das radon dann über die Wände hoch?
      Vielen Dank

      Antworten
      • 17. Februar 2018 um 17:16
        Permalink

        Ob Ihr Boden, Ihre Wände (oder beides…) durchlässig für Radon sind, kann ich ohne genaue Informationen nicht sagen. Wie stark eine Versiegelung des Bodens Ihre Radon-Konzentration in der Raumluft senken wird, kann ich ohne genaue Informationen deshalb nicht abschätzen.

        Dass durch Abdichten Ihres Bodens mehr Radon durch die Wände in Ihr Haus dringt, halte ich aber für annähernd ausgeschlossen.

        Ich schlage vor: Bevor Sie Arbeit und Geld investieren, sollten Sie mögliche Maßnahmen gegen Radon vergleichen (Abdichten von Anschlüssen, Rissen, Radonbrunnen, Raumlüftung etc). Gerade bei der Raumlüftung können Sie durch eine vorläufige/provisorische Installation abschätzen, wie wirksam diese Maßnahmen sind ohne viel Geld zu investieren oder Löcher zu bohren!).

        Antworten
    • 9. Mai 2018 um 9:43
      Permalink

      Hallo
      Wir haben gestern ein dachbodenewohnung gemietet.
      Der vermiete hat gesagt wir dürfen nicht rauchen und nicht den Kamin benutzten.
      Ich habe nicht gefragt warum …
      Bei sauber machen hab ein kleine Alarm Melder gefunden , darauf stand Radon.
      Jetzt mache ich sorge, was soll ich machen????
      Danke

      Antworten
      • 9. Mai 2018 um 10:08
        Permalink

        Hallo Hasti,

        das Vorhandensein von Radon Messgeräten lässt darauf schließen, dass in der Vergangenheit vermutlich eine Radon Messung durchgeführt wurde, was oft nur in Gebieten mit extrem hohem Radon-Risiko der Fall war. Deshalb ist es möglich, dass es in Ihrer Gegend möglicherweise Probleme mit erhöhten Radon Konzentrationen gibt.

        Sollte Sie verunsichert sein, dann empfehle ich Ihnen eine Radon Messung. Eine Radon Messung ist die einzige Möglichkeit, die tatsächliche Raumluft-Radioaktivität durch Radon Gas zu bestimmen. Eine Messung können Sie selbst ganz einfach durchführen, ein Radon Messgerät können Sie hier im Shop günstig mieten.

        Es gibt unterschiedliche Radon Messgeräte. Wenn Sie unsicher bei der Auswahl sind finden Sie hier einen Vergleich gängiger Radonmessgeräte. Wenn Sie trotzdem noch unsicher sind, rufen Sie an oder schicken Sie eine E-Mail. Ich berate Sie gerne.

        Antworten
        • 9. Mai 2018 um 10:24
          Permalink

          Vielen Dank .
          Eine Frage , was muss auf Messgerät stehen das ich keine Sorge mehr machen ?

          Antworten
          • 9. Mai 2018 um 11:34
            Permalink

            Eine grobe Übersicht was die Messwerte bedeuten finden Sie auf der Seite Schutz vor Radon.
            Wenn Sie ein Radon Messgerät mieten, dann liefere ich immer eine Anleitung mit, die Ihnen in einer einfachen Übersicht erklärt, was die Radon Messwerte bedeuten, welche Empfehlungen zu Verhaltensweisen es bei den jeweiligen Messwerten gibt und welche gesetzlichen Grenzwerte eventuell gelten. So können Sie auch ohne Vorkenntnisse Ihre Messergebnisse ganz einfach beurteilen.

            Antworten
    • 1. Juli 2018 um 15:58
      Permalink

      Gelten die Zerfallsprodukte als Nano-Partikel ? Das ist ja größen abhängig.

      Antworten
      • 1. Juli 2018 um 19:49
        Permalink

        Laut der Wikipedia-Definition ist ein Nanoteilchen ein Verbund „… von einigen wenigen bis einigen tausend Atomen oder Molekülen„.

        So gesehen sind Radon und Radon-Zerfallsprodukte per Definition keine Nanopartikel (da sie einatomig sind, Nanoteilchen sind mehratomig).

        Beim Zerfall eines Radon-Atoms entsteht ein Polonium-Atom, gefolgt von einem Blei-Atom (die alpha-Teilchen bzw. den Helium-Kern lasse ich hier außen vor). Da das Polonium- bzw. Blei-Atom nicht elektrisch neutral ist (Ion), verbindet es sich schnell mit dem „nächstbesten“ Teilchen in der Luft: Das können Nanopartikel oder Feinstaub sein, oder auch größere Partikel – wie ordinärer Hausstaub.

        Radon und Radon-Zerfallsprodukte vergrößern deshalb auch nicht die Anzahl der Teilchen pro Kubikmeter Raumluft. Es entsteht kein zusätzlicher Feinstaub durch Radon. Radon (bzw. seine Zerfallsprodukte) machen aber Hausstaub und Feinstaub aber zusätzlich gesundheitsschädlich, da den Feinstaub oder Hausstaub mit Polonium- und Blei-Isotopen radioaktiv kontaminieren.

        Antworten

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