Schlüssel, Ehering oder Mobiltelefon verloren –
Einsteiger-Tipps für die Suche mit dem Metalldetektor

Metalldetektor mieten

Der Umgang mit einem Metallsuchgerät ist einfach. Die gängigen Geräte sind robust und einfach zu bedienen. Die Suche selbst erfordert zwar etwas Erfahrung, aber das Suchen macht Spaß und die Lernkurve ist steil, so dass der Umgang mit einem Metalldetektor oft nur wenig Erklärung bedarf.

Einige wichtige Aspekte und Tipps gibt es aber – auf die besonders wichtigen gehe ich in diesem “Starthilfe”-Artikel  kurz ein.

Sicherheit bei Ihrer Suche

Warnung explosiv

Überall in Deutschland besteht das Risiko, Kampfmittel zu finden. Auch nach Jahrzehnten im Boden kann Munition immer noch funktionstüchtig sein!

Insbesondere wenn Sie Fundstücke nicht zuordnen können, sollten Sie vorsichtig sein. Eine verrottete und grob verschmutzte Granate muss nicht mehr als Granate erkennbar sein. Sind Sie sicher, dass Ihr Fund nur einen alter Stahlbolzen ist? (→Würden Sie eine Stab-Brandbombe erkennen?)

Im Fall eines Munitionsfundes:

  • Berühren Sie Ihren Fund nicht!
  • Markieren Sie die Stelle und warnen Sie alle Menschen in der Nähe
  • Verständigen Sie die Polizei

Suche nach verlorenem Schmuckstück mit ähnlichem Gegenstück (wie Ehering, Ohrring, Ohrstecker)

Häufige Herausforderungen bei der Suche

  1. Größe des Suchgebietes:
    Haben Sie einen Ehering oder einen Ohrring zum Beispiel auf einer Wiese oder an einem Strand verloren, dann kann das mögliche Suchgebiet schnell ein paar hundert Quadratmeter groß sein.
  2. Metall im Boden:
    Die Suche kann mühselig sein, insbesondere wenn der Boden in ihrem Suchgebiet “vermüllt” ist und der Metalldetektor ständig auf unerwünschte Objekte wie Kronkorken, Alufolie, Cent-Münzen oder Schrauben anspricht.

Abhilfe:
Sie können Ihren Metalldetektor auf ihr verlorenes Schmuckstück sensibilisieren. Wie das funktioniert ist im Folgenden beschrieben.

verlorenen Ring mit Metalldetektor suchen

Haben Sie einen zweites, identisches Stück zu ihrem verlorenen Schmuckstück, wie zum Beispiel den Ehering Ihres Partners/Ihrer Partnerin? Prima! Dann können Sie diesen Ring dazu benutzen, den Metalldetektor für “genau dieses Metall” zu sensibilisieren und Metalle mit anderen Leitwerten zu ignorieren.

Sie erreichen damit, dass der Metalldetektor im Idealfall nur auf Ihren verlorenen Ring anspricht und alle anderen Metalle ignoriert. Sie reduzieren so die Wahrscheinlichkeit, andere Objekte wie Kronkorken oder Alufolie zu finden und auszugraben. Den Metalldetektor auf “genau Ihren Ring” einzustellen ist ganz einfach:

  1. Legen Sie den zweiten Ring auf einer Fläche ab, auf der es  kein Metall gibt, zum Beispiel der Rasen in Ihrem Garten. Am besten verpacken Sie Ihr Schmuckstück in einen Briefumschlag, damit es dabei nicht verloren geht.
  2. Bewegen Sie den Metalldetektor nun  über dem “verlorenen Ehering” hin- und her. Beobachten Sie dabei die aufblinkende Markierung des Leitwertes auf der oberen Skala der Anzeige.
    Benutzen Sie nun  die “DISCRIM”-Taste (entspricht einem Cursor, siehe Bild) und die “ELIM”-Taste, um alle Leitwert-Kästchen zu deaktivieren, die nicht Ihrem Ehering entsprechen. Nur das Kästchen, das dem Leitwert Ihres Ehering entspricht sollte aktiviert sein. Fertig!
  3. Überprüfen Sie Ihre Einstellung: Der Metalldetektor sollte ein akustisches Signal geben wenn sie die Suchspule über Ihrem Ehering bewegen. Bewegen Sie die Suchspule über einen Gegenstand wie zum Beispiel einen Nagel, dann sollte der Metalldetektor diesen Nagel (wie auch alle anderen Metalle) ignorieren.
  4. Wenn Sie sicher sind, dass Ihr Ehering oberflächlich auf dem Erdboden liegt oder in wenigen Zentimetern Tiefe liegt, dann können Sie außerdem die Empfindlichkeit des Metalldetektors(= “Sensitivity”, siehe Bild) reduzieren. Hierdurch reduzieren Sie die Suchtiefe und das Risiko noch weiter, unerwünschte Objekte (Kronkorken…) zu finden:  Reduzieren Sie die Empfindlichkeit nach- und nach so weit, wie Sie Ihren Ring noch zuverlässig finden. Verwenden Sie genau diese Einstellungen für Ihre Suche!

Falls Ihr Ehering  “tief begraben” ist (zum Beispiel wenn Sie Ihren Ehering beim Laubfegen, Schneeschieben oder beim Garten umgraben verloren haben, dann überspringen Sie Punkt 4 und reduzieren Sie die Empfindlichkeit nicht. Eventuell empfiehlt sich der Einsatz einer zusätzlichen Tiefensuchspule.

Besonderer Service: Einstellen des Metalldetektors bei Abholung auf Ihren Ehe- oder Ohrring: Sie können das oben gezeigte Metallsuchgerät mieten. Leben Sie vielleicht im Rhein-Main-Gebiet? Dann können Sie beim Bestellvorgang die Option “Abholung vor Ort” wählen und Ihren Metalldetektor vielleicht auch abholen? Wenn Sie möchten, dann bringen Sie Ihren Partner-Ehering oder den zweiten Ohrring (am besten in einem Umschlag, damit er nicht verloren geht…) zur Abholung des Metalldetektors mit. Bei Übergabe stelle ich Ihren Metalldetektor wie oben beschrieben für Sie ein, so dass er möglichst nur noch auf Ihr Schmuckstück anspricht. Dieser Service ist kostenlos!

Tipps für die Suche nach Einzel-Schmuckstücken (wie Halskette, Brosche, Finger-Ring)

Falls Sie Schmuck verloren haben, für das kein Vergleichs- oder Partner-Stück vorhanden ist, dann können Sie die Filterfunktion (=”Diskriminator”) des Metalldetektors trotzdem nutzen, um eine verlorenen Schmuck (z.B. eine Brosche oder Anhänger) gezielt zu finden:

Verwenden Sie die “Mode”-Taste, um eine passende Gruppe von Metallen auszuwählen. Im Fall eines Ehering wäre “Jewelry” die passende Einstellung. Dieses Verfahren ist zwar etwas weniger präzise als das Oben beschriebene Verfahren, aber einfach und es führt ebenfalls zu guten Ergebnissen. Auch hier werden Eisen-Metalle (Nägel usw.) zuverlässig bei der Suche nach Ihrem Ring ausgeblendet, was Ihre Arbeit sehr erleichtert.

Suche nach verlorenem Schlüssel, Schlüsselbund

Anders als bei einem verlorenen Ehering lässt sich bei einem verlorenen Schlüsselbund nicht eindeutig definieren, aus welchem Metall die einzelnen Schlüssel sein könnten. Eine Einschränkung der Suche über den Diskriminator ( = die Filterfunktion des Metalldetektors) wie bei der Suche nach einem Ehering ist hier nicht möglich. Aber es ist davon auszugehen, dass ein kürzlich verlorener Schlüssel eher oberflächennah zu finden sein wird. Außerdem liefert ein Schlüssel ein sehr starkes Signal. Sie können also die Suchleistung des Metalldetektors reduzieren: Fundstücke in größerer Tiefe oder besonders kleine Metallstücke werden so eher vom Metalldetektor ignoriert, was Ihre Suche erleichtern kann.

Schlüssel oder Schmuck in großer Tiefe, in einer Hecke, Schnee- oder Laubhaufen finden

Metalldetektor mit Tiefensuchspule

Ist Ihr Ehering oder Schmuck beim zum Beispiel in einem Schneeschaufeln verloren gegangen und unter einem großen Haufen Schnee begraben, dann könnte die Suchtiefe des Metalldetektors möglicherweise nicht ausreichen, um sie in großer Tiefe zu orten. Der Metalldetektor kann sehr kleine Objekte wie einen Ohrstecker oder kleinen Ring  nur in ca. 30-40 cm Entfernung orten. In solchen Fällen empfiehlt sich eine spezielle Tiefensuchspule: Diese Tiefensuchspule (Bild: Metalldetektor mit Tiefensuchspule) ist wesentlich größer als die Standard-Spule, sie ermöglicht im Vergleich eine etwa 30% größere Suchtiefe. 

Anmerkung: Die maximale Suchtiefe mit der Standard-Suchspule beträgt laut Hersteller 140 cm. Dafür braucht es dann wirklich perfekte Bedingungen wie trockener Boden und ein sehr großes Objekt – am besten ein vergrabenes Auto… 😉

Bei einem großen Schnee- oder Laubhaufen sind zwei Verfahren zur Suche denkbar:

  1. Den Schnee- oder Laubhaufen mit einem (Kunststoff-)Eimer oder metallfreier Schaufel nach- und nach abtragen und den Eimer (ohne Metallhenkel) oder die Schaufel jeweils an der Suchspule vorbei zu führen um zu testen, ob Metall im Schnee ist. Mit dem Partner-Ring können Sie testen, ob dieses Verfahren mit Ihrem Eimer zuverlässig funktioniert.
  2. Alternativ könnten Sie die Oberfläche des Schneehaufens mit dem Metalldetektor absuchen. Das Gerät dabei auf maximale Empfindlichkeit stellen. Erfolgt kein Signal, dann können Sie rings herum etwa 25+ cm Schnee vom Haufen abtragen und das Verfahren wiederholen, bis Sie den Haufen abgesucht haben.

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Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit verlorenen Schmuck, Schlüssel oder Ehering mit einem Metalldetektor wieder zu finden?

Um so besser Sie den Ort des Verlierens eingrenzen können, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie ihren verlorenen Schmuck wieder finden. Verallgemeinert lässt sich sagen: Wenn Sie Ihren Ring an einem Ort verloren haben an dem niemand anderes den Ring oder Schmuck finden kann oder verlorenen Schmuck vermutet, zum Beispiel auf einer Wiese oder im eigenen Garten), dann sind Ihre Aussichten mit einem Metalldetektor Ihren Schmuck oder Ehering wieder zu finden sehr groß.

Ehering verloren und gefunden – Erfolge

Häufig bekomme ich von Kunden Rückmeldung über Ihre Suche. In etwa 2/3 der Fälle finden meine Kunden ihre verlorenen Schmuckstücke. Besonders “beliebt” ist das Verlieren von Eheringen beim Schneeschaufeln der bei der Gartenarbeit.

Eine besonders schöne Rückmeldung mit Foto habe ich von einer Kundin erhalten, die [vermutet] in einer Pferdebox ihren Ehering verloren hatte:

Manchmal hat man dann doch einfach die nötige Portion Glück. Bevor ich die Box umgegraben habe (da waren laut erstem Überblick mit Ihrem Gerät leider mehrere verdächtige Ecken) fand ich das gute Stück beim ‚Abhören‘ der Laubhaufen (die Hecke zwischen Stall und Auto wurde gerade geschnitten) ein paar Zentimeter weiter auf der Wiese ?. Wir sind total happy!!! Danke für Ihre Geduld! Das Gerät geht morgen wieder auf den Heimweg!!!

Liebe Grüße

Ehering mit Metalldetektor gefunden

Suche unter Wasser

Metallsuchgerät zur Miete

Laut Hersteller ist die Suchspule wasserdicht und kann also auch unter Wasser zur Suche eingesetzt werden. Das Bedienteil des hier im Shop zur Miete angebotenen Metalldetektors (gelb im Bild rechts) ist allerdings nicht wasserdicht.  Die Teleskopstange des Metalldetektors ist ganz ausgezogen etwa 85 lang. Berücksichtigt man ca.  5 cm Distanz zum Boden beim Suchen, dann können Sie also maximal in etwa 90 cm tiefem Wasser suchen, ohne das Bedienteil dabei in Kontakt mit Wasser kommt.

Wenn spritzendes Wasser auftreten könnte, dann können Sie das Bedienteil des Gerätes durch Einwickeln oder durch Überstülpen  einer transparenten Plastiktüte  (etwa eines Gefrierbeutels) vor Spritzwasser schützen.

Allgemeine Tipps für Ihre Suche

  • Machen Sie sich mit dem Gerät und seinen Eigenschaften vertraut. Je nach Boden kann es bei Einstellungen der höchsten Sensibilität zu Signalen können, die sich bei einem erneuten Sondieren dieser Stelle als falsch herausstellen. In diesem Fall reduzieren Sie die Empfindlichkeit.
  • Berührungen mit Bewuchs (berühren der Suchspule durch Gras) löst falsche Signale aus. Bewegen Sie die Suchspule deshalb knapp oberhalb der Bewuchsgrenze. Ist der Bewuchs hoch kann es sinnvoll sein auf eine andere Jahreszeit zu warten…
  • In der Nähe von Hochspannungsleitungen, Bahnanlagen und elektrischen Leitungen kommt es häufig zu Störungen. Stellen Sie in diesem Fall ggf. die Empfindlichkeit herab, bis keine falschen Signale mehr ausgelöst werden. Dass die Empfindlichkeit sinkt, kleine oder tiefere Objekte übersehen werden können ist eine Nebenwirkung. Im Fall von starken Störungen kann es deshalb auch sinnvoll sein, zu einer anderen Tageszeit zu suchen, in der die Magnetfeldstärke der Leitung eventuell etwas geringer ist. Auch bei der Bahn ist die Stromstärke in der Fahrleitung nicht konstant.
  • Leiterschleifen von Rasen-Robortern / Mäh-Robotern stören die Suche mit dem Metalldetektor sehr. Sollten Sie in der Nähe einer solchen Leiterschleife suchen, so deaktivieren Sie diese Leiterschleife am besten vorübergehend.

Viel Spaß bei der Suche!

Bitte sein Sie umsichtig bei der Suche!

Bitte zerstören Sie – auch nicht aus Unwissenheit – keine Bodendenkmäler:
Beim Ausgraben eines Fundes können bereits viele wissenschaftliche Informationen verloren gehen, beispielsweise in welcher Bodenschicht der Fund genau gelegen hat. Deshalb ist mein Vorschlag: Grabt nicht überall jedem Objekt hinterher!
Nur im “Pflughoriziont” kann davon ausgegangen werden, dass mögliche Bodendenkmäler bereits zerstört sind. Da im Wald aber möglicherweise noch nie gepflügt wurde, kann es sein dass Fundstellen im Wald noch intakt sind. Der Wald ist für eine Suche besonders sensibel.

§ Rechtliches

Ich möchte hier nur für die rechtlichen Aspekte sensibilisieren. Bitte beachten Sie, dass es sich bei den Informationen auf dieser Seite nur um allgemeine Hinweise handelt, die keine Rechtsberatung ersetzen. Um rechtliche Fragen abschließend zu klären wenden, wenden Sie sich bitte an einen Anwalt oder eine andere Stelle.

Das Graben unterhalb des „Pflughorizont“ ist auf jeden Fall erlaubnispflichtig. Genehmigungen oder Auflagen erstellen die Denkmalschutzbehörden.

Auf “in paar Links für den Einstieg” verzichte ich hier aus rechtlichen Gründen. Deshalb alternativ ein Tipp: Mit einer Suche nach den Stichwörtern “suchgenehmigung” oder “Grabungsgenehmigungen für Sondengänger” kommt ihr schnell ans Ziel. (Diese Stichwortsuche wird nicht mit dem Metalldetektor durchgeführt 😉

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