Schutz vor Radon – Gesetzliche Grundlagen

Es gibt in Deutschland für Wohnräume keine gesetzliche Grundlage, die eine zulässige Radon-Konzentration definiert oder Tests vorschreibt.

»Der Schutz vor radioaktiver Strahlung durch Radon ist nur mit Eigeninitiative möglich.«

Die Europäische Kommission empfiehlt einen Eingreifsrichtwert von 400 Becquerel/m3 Raumluft für Gebäude, die vor 1996 erstellt, sowie einen Planungsrichtwert von 200 Becquerel/m3 für Neubauten[1]. Selbst wenn diese Empfehlung umgesetzt würde, würde selbst bei 200 Becquerel/m³ in Wohnräumen das Risiko für Lungenkrebs um bereits 30% ansteigen[2].

Selbst wenn Sie z.B. zur Miete wohnen und durch einen selbst durchgeführten Raumluft-Test eine zu hohe Radon konzentration nachweisen (⇒ Wie viel ist „zu hoch“? Auch dies ist nicht gesetzlich definiert!), können Sie Reduktionsmaßnahmen nicht bei Ihrem Vermieter einklagen.

Verbindliche Grenzwerte spätestens ab 2018

Der Rat der Europäischen Union hat am 5.12.2013 eine Richtlinie zur Neuerung des europäischen Strahlenschutzrechts verabschiedet, die von den Mitgliedsstaaten bis spätestens 6.2.2018 in nationales Recht umgesetzt werden muss.

Diese Richtlinie beinhaltet einen Referenzwert von 300 Becquerel/m3. Arbeitnehmer und Mieter haben dann Anspruch darauf, dass dieser Referenzwert im Jahresmittel nicht Überschritten wird. Wird dieser Referenzwert Überschritten, können Schutzmaßnahmen zur Verminderung von Radon in der Raumluft gefordert und ggf. auch eingeklagt werden.

So wichtig wie diese Richtlinie ist: Der Referenzwert von 300 Bq/m3 muss hinterfragt werden: Nach einer Richtline der WHO sollte eine höchtzulässige Radonkonzentration von 100 Becquerel/m3 gelten[3].

Warum dieser Grenzwert relativ hoch angesetzt wurde, ist nicht klar. Sollen hiermit allzu hohen Kosten bei der Sanierung vermieden werden?

Eine Messung durchzuführen und Schutzmaßnahmen anzuwenden ist eine rein private Entscheidung, die Eigeninitiative erfordert.

Quellen

  1. Artikel Radonschutzgesetz aus de.wikipedia.org, ausgelesen am 29.11.2012.
  2. Internetseite des Bundesamt für Strahlenschutz , Punkt Expositions-Wirkungs-Zusammenhang, ausgelesen am 29.11.2012.
  3. Handbuch der WHO WHO Handbook on Indoor Radon – A Publiuc Health perspective.