Radon selbst messen: Einfach und kostengünstig

Für eine Radon-Messung braucht es weder eine Ausbildung oder besondere Kenntnisse! Mit einem Radon-Messgerät zur Miete kann jeder Radon-Messungen selbst durchführen. Professionelle Unterstützung ist nur dann ratsam, wenn Sie bei Ihrer Messung erhebliche Probleme mit Radon feststellen – und selbst dann kann man sich oft noch selbst helfen!

Messverfahren

Es gibt unterschiedliche Radon-Messverfahren: Einige weisen Radon-Gas direkt nach, andere dessen radioaktive Zerfallsprodukte in der Raumluft (z.B. radioaktive Isotope von Polonium, Blei oder Wismut), die sich in der Regel mit dem Hausstaub bzw. Partikeln in der Luft verbinden. Der Einfachheit halber gehe ich hier nicht auf die Technik, sondern nur auf die unterschiedlichen Methoden und ihre Vor- und Nachteile ein. Die unterschiedlichen Messverfahren sind z.B. bei wikipedia ausführlich beschrieben.

Aktive Messung

Bei der aktiven Messung werden elektronische Messgeräte eingesetzt, die teilweise auch schon nach sehr kurzer Messzeit (z.T. schon nach einigen Sekunden) einen ersten Messwert liefern. Hierbei sollte aber berücksichtigt werden, dass die Kontamination der Raumluft schwankend ist. Deshalb sollte -auch wenn ein zeitlich hoch auflösendes System zur Messung verwendet wird- immer mindestens mehrere Tage in einem Raum gemessen werden.Radon Monitor

Vorteil dieses Systems:

  • Viele Messwerte zeigen die Belastung im Tagesverlauf
  • Messwerte schnell verfügbar
  • Keine Laboranalyse erforderlich
  • gezieltere Analysen der Radon-Belastung und damit genauere Aussagen für gesundheitliche Risiken
  • Datenaufzeichnung ermöglich nachträgliche Auswertung und z.B. grafische Darstellung im Diagramm

Nachteile:

  • für lange Messreihen (mehrere Wochen/Monate) meist teurer als passive Messung
  • zwar geringer, aber trotzdem vorhandener Stromverbrauch: Steckdose erforderlich
  • manche Messgeräte arbeiten nicht geräuschlos (wegen z.B. eingebautem Lüfter. Dies schränkt den Einsatz in Schlafräumen ein)

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Passive Messung

Bei Langzeitmessungen (Messdauer z.B. ein halbes Jahr) ist es üblich, passive Radonexposimeter einzusetzen. In diesen Radonexposimetern ist eine dünne Kunststofffolie, die durch α-Strahlung beim radioaktiven Zerfall von Radon beschädigt wird oder Aktivkohle, in der sich die radioaktiven Zerfallsprodukte anreichern. Bei einer späteren Auswertung im Labor kann auf die mittlere Radon-Konzentration geschlossen werden.

passive Radon-Messdose

Vorteil dieses Systems:

  • Lange Messzeiten sind kostengünstig möglich
  • Ungenaue Messungen durch kurzzeitige Schwankungen der Radon-Konzentration in der Raumluft sind durch lange Messdauer kein Problem
  • kein Stromverbrauch, keine Steckdose erforderlich
  • geräuschlose Messung

Nachteile:

  • Laborauswertung der Exposimeter erforderlich
  • Ein einziger Langzeit-Mittelwert wird bestimmt (d.h. zeitlicher Verlauf der Radon-Konzentration ist unbekannt)
  • Messergebnis z.T. erst nach Monaten mit Ende der Messung verfügbar
  • Fehlinterpretationen des Mittelwertes bezogen auf die persönliche Exposition möglich (z.B. längere Abwesenheit, deshalb Raum schlecht belüftet: Radon-Konzentration höher als im bewohnten Zustand, trotzdem -wegen Abwesenheit- unproblematisch)

Grenzwerte für Radon in der Raumluft

Von einigen wenigen Bereichen (z.B. Bergbau, Wasserwirtschaft) abgesehen, gibt es keinen gesetzlichen Grenzwert, sondern lediglich einige -lückenhafte- Empfehlungen bzw. Richtwerte. Deshalb ist es Ihrer eigenen Einschätzung überlassen, ob -und falls ja: welche- Gegenmaßnahmen Sie anwenden möchten. Viele Studien deuten darauf hin, dass es keine „unbedenkliche Dosis“ gibt: Ziel ist, die Radon-Konzentration im Gebäude so niedrig wie möglich zu halten.

Um Ihnen einen Eindruck zu geben, sind einige wichtige Radon Grenzwerte bzw. Anhaltswerte in einer Tabelle zusammengefasst und kommentiert.

Erläuterungen zur Tabelle:

Der Gehalt von Radon oder der Radon-Zerfallsprodukte in der Luft wird in Becquerel pro Kubikmeter [Bq/m3] angegeben.
Bq/m3 = Becquerel pro Kubikmeter
Beispiel: 100 Bq/m3 bedeutet: „In einer Sekunde zerfallen pro Kubikmeter 100 Atome“

Radioaktivität (in Bq/m3) Beschreibung Lungenkrebs-Zusatzrisiko[1] Vorschlag für Gegenmaßnahmen
(1) 10 natürliche Radioaktivität der Luft im Freien ˜0% keine Gegenmaßnahmen erforderlich
(2) 50[2] Mittelwert in Häusern in Deutschland[2] 5% Regelmäßiges Lüften (alle ca. 4-6 Stunden), Abdichten von Rissen und Fugen im Keller
(3) 100 von WHO und europäischer Strahlenschutzkomission empfohlener Höchstwert[3] 10% Wie (2), zusätzlich noch weitere Maßnahmen, wie z.B. Luftabsaugung unter Bodenplatte ratsam
(4) 150 Europäische Strahlenschutz-Kommission: „Statistische Signifikanz des zusätzlichen Lungenkrebsrisikos durch Radon“[3] 15% Wie (1) und (2). Zusätzlich Nachmessung nach Installation von Radon-Reduktionsmaßnahmen empfehlenswert.
(5) 200 „Planungsrichtwert“ der Europäischen Kommission für Gebäude, die nach 1996 errichtet wurden[3] 20% Wie (4), zusätzlich professionelle Unterstützung erwägen!
(6) 400 „Eingreifsrichtwert“ der Europäischen Kommission für Gebäude, die nach 1996 gebaut wurden, Schweizer Richtwert für Neubauten[3] 40% Wie (4), zusätzlich professionelle Unterstützung erwägen!

 

Quellen

  1. [1] Lungenkrebsrisiko durch Radonexpositionen in Wohnungen – Stellungnahme der Strahlenschutzkommission, April 2005. Aus: Lungenkrebs durch Radon Helmholtz Zentrum München.
  2. [2] Stiftung Warentest Bedrohung aus der Tiefe, Heft 12/2000, Seite 48. 
  3. [3] de.wikipedia.org: Artikel Radonbelastung, ausgelesen am 13.05.2013.

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